Vermehrung

   

Helleborus kann man zum einen durch Teilung und zum anderen durch Aussaat vermehren. Durch das Teilen einer Pflanze erhält man mehrere völlig identische Pflanzen wohingegen es bei der Aussaat teilweise zu erheblichen Unterschieden zwischen den Sämlingen und der Mutterpflanze kommen kann.

Aussaat

Die beste Zeit für die Aussaat von Helleborus ist im frühen Sommer. Das Saatgut kann dann entweder direkt im Garten an einem geschützten Standort, an dem nicht gehackt wird, ausgesät werden oder zur besseren Beobachtung in Töpfe gesät werden. Die Töpfe können dann in den Gartenboden bis zu der Oberkante des Topfes eingesenkt werden, wodurch der Topfballen nicht so schnell austrocknet. Die Erde sollte über den Sommer hinweg feucht gehalten werden. Nachdem die Samen den Winter überstanden haben, sollten sie - wenn alles geklappt hat - im Frühjahr keimen. Je nachdem wie dicht das Saatgut ausgesät worden ist, sollte, sobald sich das Primärblatt zwischen den Keimblättern hervorschiebt, pikiert werden. Da die Basis der Sämlinge recht empfindlich ist, sollten die Sämlinge beim Pikieren an den Keimblättern festgehalten werden. Nach dem erfolgreichen Pikieren und hoffentlich späteren Gedeihen der Pflanzen bedarf es jetzt nur noch etwas Geduld bis die Sämlinge zum ersten Mal blühen. Dann erkennt man, ob die Nachkommen der Mutterpflanze, von dem das Saatgut stammt, ähneln oder nicht. Die Entwicklung bis zur Blühfähigkeit dauert bei den Sämlingen aller Helleborus-Arten drei Jahre.

Bei dem Umgang mit dem Saatgut von Helleborus sollten vorsichtshalber Handschuhe getragen werden, da es bei empfindlicher Haut teilweise zu Reizungen durch Inhaltsstoffe kommen kann.

Teilung

Die Vermehrung durch Teilung sollte bei Helleborus am besten im Frühling oder Herbst erfolgen. Bevor man die Pflanze jedoch teilt, sollte man sich zunächst einmal vergewissern, zu welchem Wuchstyp die Pflanze gehört. Dieses ist wichtig, da die caulescenten Pflanzen, also solche, die einen Stamm bilden (wie z.B. H. argutifolius), nicht durch Teilung vermehrt werden können. Ist dieses geklärt und handelt es sich bei der Pflanze um einen Vertreter der acaulescenten Arten, steht der Teilung nichts mehr im Wege.

Bevor die Pflanze mit einem Spaten ausgegraben wird, sollten die Blätter mit einem Band zusammengebunden werden, um unnötige Verletzungen zu vermeiden. Anschließend sollte die Pflanze mit einem möglichst großen Wurzelballen ausgegraben werden.

Für die Teilung selbst hat sich je nach der Größe des Wurzelstockes die Methode mit zwei Mistgabeln bewährt. Hierbei wird eine Mistgabel zentral durch den Wurzelballen der Pflanze gedrückt. Mit Hilfe der anderen Mistgabel, die knapp hinter die ersten platziert wird, kann nun durch vorsichtiges Auseinanderbewegen der beiden Mistgabeln das Rhizom geteilt werden. Sollte die Pflanze nicht so groß sein, um wie oben beschrieben behandelt zu werden, kann das Rhizom auch vorsichtig mit Hilfe eines Messers geteilt werden.

Die einzelnen Teilstücke sollten dann sobald wie möglich wieder eingepflanzt werden, damit sie nicht austrocknen. Außerdem sollten alle durch das Teilen der Pflanze beschädigten Blätter vollständig entfernt werden, da sich hier ansonsten schnell Krankheiten und Schädlinge ansiedeln können.